KErn-Kompendium
Vegane Ernährung

Kräuter-Gemüseröllchen

Vegane Ernährung ist in aller Munde – die vom Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) herausgegebene Handreichung „Vegane Ernährung“ bietet Hintergrundinformationen zu den präventiven Aspekten dieser Ernährungsweise. Sie steht zum kostenlosen Download als PDF-Datei zur Verfügung.

Das Kompendium zeigt auf, dass einige Nährstoffe bei einer rein pflanzlichen Kost – zum Beispiel während Schwangerschaft und Stillzeit sowie Phasen starken Wachstums – häufig nur in unzureichender Menge aufgenommen werden. Des Weiteren beinhaltet das Kompendium Handlungsempfehlungen, um bei dieser Ernährungsform die Versorgung mit kritischen Inhaltsstoffen sicherzustellen.

Was ist vegan?
Vegan ist nicht nur eine Ernährungsweise, die auf alle tierischen Produkte verzichtet, sondern eine Lebensweise, die die Nutzung von Tieren zu jeglichen Zwecken, wie z. B. zur Anfertigung von Gebrauchsgütern, soweit wie möglich, vermeidet. Beweggründe liegen in den Bereichen Ethik, Religion, Gesundheit und Ökologie (Leitzmann, Keller 2013).

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Kompendium – Inhalt

Zunächst werden tierische und pflanzliche Lebensmittel hinsichtlich Qualität und Quantität ihrer Inhaltsstoffe gegenübergestellt. Während vegane Nahrungsmittel vor allem mehr Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe beinhalten, besitzen jene tierischen Ursprungs häufig günstigere Protein- und Fettsäurezusammensetzungen.

Vorteile einer veganen Ernährungsweise

Das Kompendium berücksichtigt zudem den epidemiologischen Zusammenhang zwischen veganer (bzw. vegetarischer) Ernährung und Zivilisationskrankheiten. Zahlreiche Studien belegen, dass eine pflanzliche (bzw. pflanzenbetonte) Ernährung sich positiv auf die Gesamtsterblichkeit, den Body-Mass-Index (BMI), Blutfettwerte sowie Bluthochdruck auswirkt und präventive Wirkungen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes sowie bestimmten Krebsarten aufweist. Für Osteoporose stellen Veganer jedoch durch die häufig niedrige Calciumaufnahme eine potenzielle Risikogruppe dar (Richter et al. 2016).
Die meisten Veganer und Vegetarier leben in der Regel gesundheitsbewusst, da sie sich viel bewegen, wenig Genussmittel konsumieren und eine meist energiearme Kost verzehren. Die damit verbundenen präventiven Wirkungen dieses Lebensstils, der ebenfalls mit einem niedrigen BMI korreliert, lassen sich daher nicht nur auf die rein pflanzliche Ernährung zurückführen. Nach aktueller Studienlage kann ein gesundheitlicher Vorteil von Vegetariern und Veganern gegenüber Personen mit einer pflanzenbetonten Mischkost und geringen Mengen an tierischen Lebensmitteln nicht bestätigt werden (Richter et al. 2016).

Vegane Ernährung und Gesundheitsrisiken

Den zumeist vorbeugenden Wirkungen der veganen Ernährung im Hinblick auf Zivilisationskrankheiten steht eine potenzielle Mangelversorgung mit Energie, Protein, Omega-3-Fettsäuren und einigen Mikronährstoffen gegenüber. Vitamin B12 kann nicht sicher aus pflanzlichen Quellen zugeführt werden und muss supplementiert werden. Weiterhin kann die Aufnahme von Vitamin B2, Vitamin D, Calcium, Eisen, Jod und Zink unzureichend sein. Bei Protein, Calcium, Eisen und Zink ist die Verfügbarkeit beziehungsweise die Qualität in pflanzlichen Quellen oftmals schlechter als in tierischen Lebensmitteln (Richter et al. 2016).
Um die empfohlene Nährstoffzufuhr bei einer streng veganen Ernährungsweise sicherzustellen, ist profundes Wissen über Inhaltsstoffe und deren Verfügbarkeit bei der Nahrungsmittelauswahl ebenso erforderlich wie Fertigkeiten im Hinblick auf die Zubereitung von teilweise in unserem Kulturkreis unüblichen Lebensmitteln. Die Versorgung mit Nährstoffen sollte regelmäßig durch eine Ernährungsfachkraft oder einen Arzt überprüft und ggf. durch Supplemente verbessert werden. Aufgrund der veränderten Stoffwechsellage ist eine vegane Ernährung während Schwangerschaft, Stillzeit sowie im gesamten Kindes- und Jugendalter nicht bedarfsdeckend und wird somit nicht empfohlen (Richter et al. 2016).
Zum Bestellen und zum Download
Das Kompendium „Vegane Ernährung“ ist bei den KErn-Materialien als Druckversion bestellbar und steht als PDF-Datei zum Herunterladen zur Verfügung.
Literatur
Leitzmann C, Keller M (2013): Vegetarische Ernährung. Verlag Eugen Ulmer Stuttgart, 3. Aufl.

Richter M, Boeing H, Grünewald-Funk D, Heseker H, Kroke A, Leschik-Bonnet E, Oberritter H, Strohm D, Watzl B for the German Nutrition Society (DGE) (2016): Vegan diet. Position of the German Nutrition Society (DGE). Ernahrungs Umschau 63(04): 92–102