Nachbericht zur Online-Veranstaltung: „Handel(n) rettet Lebensmittel“

Kombination aus Aktionslogo und EinkaufskorbZoombild vorhanden

Bildquelle Logo: KErn; Bildquelle Korb: iStock-1162583952

12 Millionen Tonnen ungenutzter Lebensmittel werden in Deutschland jedes Jahr entsorgt. Um dem entgegenzuwirken veranstaltete am 06. Oktober das Kompetenzzentrum für Ernährung im Rahmen der Aktionswoche „Deutschland rettet Lebensmittel“ die Online-Veranstaltung „Handeln(n) rettet Lebensmittel“. Im Rahmen der Veranstaltung wurden neue Methoden zur Rettung von Lebensmitteln vonseiten innovativer Unternehmen und Startups vorgestellt sowie weitere Mög-lichkeiten zur Steigerung der Nachhaltigkeit diskutiert.


Sowohl Online-Veranstaltung als auch Aktionswoche stehen im Zeichen der „Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung“, deren Ziel es ist, die Lebensmittelabfälle in Deutschland bis 2030 zu halbieren. Denn durch Produktion, Verarbeitung und den Transport der letztlich ungenutzten Lebensmitteln wer-den nicht nur wertvolle Ressourcen wie Wasser und Energie verbraucht, sondern auch Treibhausgase freigesetzt. Durch eine Reduzierung der Lebensmittelabfälle auf die Hälfte könnten so ca. sechs Millionen Tonnen CO2-Äquivalente an Treibhausgas-Emissionen in Deutschland jährlich eingespart werden.

Der Handel kann dabei einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Menge weggeworfener Lebensmittel entlang der Lebensmittelversorgungskette leisten. So wird be-reits seit Jahren erfolgreich daran gearbeitet, Lebensmittelverschwendung im eigenen Verantwortungsbereich möglichst gering zu halten. Schlüssel hierfür ist das verstärkte Ausschöpfen bestehender Optimierungspotenziale in den eigenen Betrieben und Märkten. Doch gleichzeitig steckt auch an den Schnittstellen zu Verbrauchern sowie zu Lebensmittelerzeugung und -verarbeitung enormes Potenzial zum Setzen positiver Impulse in Richtung Nachhaltigkeit. So kann der Handelssektor beispielsweise die Lebensmittelabfälle im vorgelagerten Bereich durch Qualitätsansprüche und Retouren oder im Konsumbereich durch entsprechende Kaufanreize beeinflussen.

Das Kompetenzzentrum für Ernährung - KErn veranstaltete im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche „Deutschland rettet Lebensmittel“ am 6. Oktober 2021 die Online-Veranstaltung „Handel(n) rettet Lebensmittel“. Vom Zero-Waste Bier über krummes Gemüse in der Bio-Kiste bis hin zu Künstlicher Intelligenz (KI) wurde die Bandbreite der innovativen Lösungsansätze zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung aufgezeigt. Im Austausch der verschiedenen Akteure wurden neue Möglichkeiten zur Zusammenarbeit und konkrete Schritte in Richtung mehr Nachhaltigkeit angestoßen.


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Trailer zur Online-Veranstaltung: „Handel(n) rettet Lebensmittel“
Leiter des KErn Guido Winter

Begrüßung durch den Leiter des KErn, Guido Winter
©KErn

Bundesweite Aktionswoche - Deutschland rettet Lebensmittel
Herr Florian Schrei führte durch die virtuelle Veranstaltung. Herr Guido Winter, der Leiter des KErn, begrüßte alle Teilnehmer und gab einen kurzen Einblick zu aktuellen Zahlen zur Lebensmittelverschwendung und zum Bündnis „Wir retten Lebensmittel!“ vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Deutschland rettet Lebensmittel

Frank Sprenger (fors earth)

Frank Sprenger (forths earth)
©KErn

Forths earth – Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil
Herr Frank Sprenger von forths earth erklärte, wir kämen bereits spürbar an die planetaren Grenzen. Dies stelle große Herausforderungen für die Lebensmittelbranche dar und erfordere ein Umdenken und neue Lösungswege, die insbesondere durch Start-ups genutzt werden könnten.
Moritz Dietzsch (ResteRitter)

Moritz Dietzsch (ResteRitter)
©KErn

ResteRitter - Junge Ritter retten süße Früchtchen
Die ResteRitter veredeln überschüssiges Obst und Gemüse und verwerten dieses zum Beispiel zu Chutneys oder Aufstrichen. Zusätzlich unterstützt das junge Start-up Bildungsprojekte in Schulen und setzt sich gegen Kinderhunger ein.
Ein Bild von Frau Dr. Jenny Müller

Dr. Jenny Müller (DIE FRISCHEMANUFAKTUR)
© Dr. Jenny Müller

DIE FRISCHEMANUFAKTUR - Glasklare Sache
Dr. Jenny Müller und ihr Team der FRISCHEMANUFAKTUR setzen auf innovative, technologische Lösungsansätze für eine längere Haltbarkeit von Wasser mit frisch geschnittenen Früchten.
Daniel Anthes (Knärzje)

Daniel Anthes (Knärzje)
©KErn

Knärzje – Viel Genuss. Erstes Zero-Waste-Bier
Buckel, Endle, Fietze, Karscht und Knärzje, dies sind nur fünf von mehr als 200 Synonymen für das Endstück vom Brotlaib, beeindruckte Daniel Anthes das Publikum. „Knärzje“ ist das Herzstück des Bieres, das er und sein Team aus aussortiertem Brot brauen. Sein Credo lautet „Anstoßen, um etwas Größeres anzustoßen“.
Tabea Ecker (Etepetete)

Tabea Ecker (Etepetete)
©KErn

Etepetete – Die krumme Bio-Kiste
Ein erheblicher Teil einer Ernte bleibt ausschließlich aufgrund seines Aussehens auf dem Feld liegen, wird vernichtet oder zur Energiegewinnung zweckentfremdet. Nicht bei Etepetete! Hier kommt bestes Bio-Obst und -Gemüse, das nicht ganz der Norm entspricht, frisch vom Feld bis an die Haustür.
Alexander Piutti (SPRK)

Alexander Piutti (SPRK)
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SPRK – KI als Resteretter
Damit selbst Tonnen an verderblichen Lebensmitteln möglichst schnell und auf kurzem Weg zu den passenden Abnehmern kommen, nimmt sich das Start-up von Alexander Piutti intelligente Software zu Hilfe. Diese sagt vorher, wo und wann voraussichtlich Überschüsse an Lebensmitteln anfallen. Mit dem „amazon für Lebensmittel“, wäre das Problem Lebensmittelverschwendung zeitnah gelöst, so Piutti.
Florian Schrei (Moderator) mit Günes Seyfarth und Robin Hertscheck im Gespräch

Florian Schrei (Moderator) mit Günes Seyfarth und Robin Hertscheck im Gespräch
©KErn

Zukunftsvision: Leuchttürme in Bayern für mehr Nachhaltigkeit
Günes Seyfarth und Robin Hertscheck nehmen mit Ihren beiden Projekten „Community Kitchen“ und „Edeka Hertscheck“ eine Vorreiterrolle im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung ein. Frau Seyfarth erklärte, die Community Kitchen beziehe kostenfrei Lebensmittel. Dadurch werden Müllkosten gespart und „Karmapunkte“ gesammelt. Das Problem Lebensmittelverschwendung müsse an der Wurzel gepackt werden, verbale Aufklärung für mehr Wertschätzung sei hier sehr wichtig, davon ist Robin Hertscheck überzeugt.
Diskussionsrunde mit Moderator und Teilnehmern

Diskussionsrunde mit Florian Schrei (Moderator), Ursula Huber, Daniel Anthes, Alexander Piutti und Isabella Kettner (nicht im Bild)
©KErn

Butter bei die Fische: Nur noch kurz die Welt retten!
Die Impulse von Günes Seyfarth und Robin Hertscheck nahmen die Referenten der anschließenden Diskussionsrunde als Grundlage auf. Des Weiteren wurde die Rolle des Gesetzgebers bei der Reduktion von Lebensmittelverschwendung diskutiert sowie die Möglichkeiten des Handels seine Kunden für einen nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln zu sensibilisieren. Die Veranstaltung zeigte vielfältige Handlungsoptionen für eine Transformation zu einem nachhaltigeren Ernährungssystem und schloss mit einem überaus positiven und motivierten Blick in Zukunft. Das Motto der Veranstaltung „Handel(n) rettet Lebensmittel“ sollte alle Akteure nachhaltig begleiten und zum Handeln animieren. Daran anknüpfend bietet sich die Ideenwerkstatt vom KErn, die noch bis zum 31.12.2021 läuft, als ideale Plattform für innovative Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung an.

Das im Rahmen der Aktionswoche erarbeitete Material ist hier zu finden: