Erfolgreiches Fachsymposium der 5. Bayerischen Ernährungstage
"Wo kommt mein Essen her"?" – Transparenz vom Feld bis auf den Teller

Fachsymposium Ernährungstage 2017: Bildmontage - Mähdrescher auf einem Teller

©KErn

Zum Fachsymposium "Wo kommt mein Essen her? Transparenz vom Feld bis auf den Teller“ kamen 150 Teilnehmer nach München. Das Symposium bildete den Auftakt der 5. Bayerischen Ernährungstage. Die Vorträge fokussierten die zentrale Frage "Wo kommt mein Essen her?" aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln. Expertinnen und Experten aus den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Ernährungsbildung stellten aktuelle Studien und Verbraucherumfragen vor und boten Einblick in internationale Ernährungsprojekte.

Das Fachsymposium stieß auf großen Anklang in der Fachwelt und war schon bald ausgebucht. "Alle suchen nach Antworten und Lösungen, wie viel Transparenz der Verbraucher wirklich will und wie wir der Entfremdung der Verbraucher von der Lebensmittelherstellung entgegenwirken können. Mit den Vorträgen heute konnten wir den Teilnehmern neue Impulse vermitteln und haben sicherlich einige der dringlichsten Fragen durch die Referenten beantwortet“, zog Rainer Prischenk, Leiter des Kompetenzzentrums für Ernährung (KErn), Bilanz.

Herkunft unserer Lebensmittel: zwischen Wunschvorstellung und Wirklichkeit

Die ersten Beiträge gingen der Frage nach, ob unsere Wünsche und Wahrnehmungen über die Herkunft der Lebensmittel mit der Wirklichkeit übereinstimmen. Laut Barbara Scheitz von der Andechser Molkerei wird Verbraucherinnen und Verbrauchern in der Werbung meist eine realtitätsfremde Bauernhofidylle vorgegaukelt. Dies führe zu einer Entfremdung vom Ursprung der Lebensmittel. Diese These wurde auch von Prof. Dr. Mirjam Jaquemoth von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf bestätigt. Eine Analyse unterrichtsbegleitender Materialien und Schulbücher auf fachliche Richtigkeit aus dem Jahr 2016 hat gezeigt, dass ein Viertel der im Schulunterricht verwendeten Materialien zum Thema Ernährung deutliche fachliche Mängel aufwiesen. Auch seien die Schulbücher oft veraltet und stellten die Lebensmittelherstellung verklärt dar, womit bereits im Schulunterricht ein falsches Bild vermittelt werde.

Soziologe Dr. Daniel Kofahl, Büro für Agrarpolitik und Ernährungskultur, widmete sich in seinem Vortrag den Ursprüngen unserer Lebensmittel. Er warf einen kulturwissenschaftlichen Blick auf das Essverhalten sowie die Entfremdung der Ernährung in Gegenwart und Zukunft .

Dr. Daniel Kofahl und Prof. Dr. Peter Kenning diskutieren über Transparenz bei Lebensmitteln

Ernährung muss kommuniziert werden

„Zum Ernähren gehört das Erklären“ war das Motto des zweiten Themenblocks. Prof. Dr. Peter Kenning von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf referierte über: "Was weiß der Verbraucher, was will er wissen? So viel Transparenz verträgt der Mensch“. Sophie Herr von der Verbraucherzentrale Bundesverband e. V. stellte das Portal Lebensmittelklarheit.de vor. Dieses greift Fragen und Ärgernisse der Verbraucher bei der Lebensmittelkennzeichnung auf und macht deutlich, dass der Wunsch nach transparenten Informationen auf der Verpackung sehr groß ist.

Für die anschließende Podiumsdiskussion unter dem Titel „Vom Feld bis zum Teller – Kommunikation entlang der Wertschöpfungskette“ kamen weitere Expertinnen und Experten wie Frank Alexander Kühne von der Adalbert-Raps-Stiftung, Landesbäuerin Anneliese Göller und Theresia Dirnecker von Dirneckers Hofcafé und Hofladen zu Wort.

Teilnehmer der Podiumsdiskussion von links nach rechts: Sophie Herr, Prof. Dr. Mirjam Jaquemoth, Moderator Florian Schrei, Theresia Dirnecker, Frank Alexander Kühne, Anneliese Göller, Bild: Kern

Teilnehmer der Podiumsdiskussion von links nach rechts: Sophie Herr, Prof. Dr. Mirjam Jaquemoth, Moderator Florian Schrei, Theresia Dirnecker, Frank Alexander Kühne, Anneliese Göller, Bild: KErn
Abschließend wurden internationale Ernährungsprojekte vorgestellt, die zeigen, wie mit der richtigen Kommunikation viel erreicht werden kann. Zu diesen Projekten gehörten „La Semaine du Goût – Woche des Geschmacks“ aus Frankreich, „Nationale Ernährungsinterventionen aus der Schweiz“, „Projekt Schmatzi – SeminarbäuerInnen“ aus Österreich und „Jamie Olivers Food Revolution“ aus Großbritannien.
Hier geht es zu den Videos der Fachvorträge und zum Tagungsband.

Zu den Ernährungstagen

Logo Ernährungstage
Die vom Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) organisierten Bayerischen Ernährungstage finden dieses Jahr bereits zum fünften Mal statt.

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Logo der Ernährungstage 2017: Ein Miniatur-Mähdrescher im Weizenfeld auf einem Teller, der auf einem Tisch steht
Unter dem Motto „Wo kommt mein Essen her?“ wurden von 23. Juni bis 09. Juli bayernweite Aktionen angeboten, mit dem Ziel, die Akteure im Bereich Ernährung zusammenzubringen, den Erfahrungsaustausch zu stärken sowie die bayerische Öffentlichkeit für Ernährungsthemen zu begeistern.

Kurzübersicht 5. Bayerische Ernährungstage

Zum Auftakt der 5. Bayerischen Ernährungstage fand am 22. Juni 2017 das Fachsymposium „Wo kommt mein Essen her? Transparenz vom Feld bis auf den Teller“ im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in München statt.

Am 25. Juni folgte ein großer „Erlebnistag der Ernährung“ im Staatsministerium, bei dem Ernährung mit allen Sinnen erlebbar gemacht wurde.

Außerdem boten die 47 Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vom 23. Juni bis 09. Juli Spaziergänge der Ernährung an, auf denen die Teilnehmer verschiedene Stationen der Lebensmittelherstellung besuchten: Vom Getreidefeld über die Mühle bis in die Backstube oder von der Milchkuh im Stall über die Molkerei in die Käsetheke.

Rückblick auf die Ernährungstage 2017

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