Bayerische Ernährungstage 2015
Kurzübersicht 4. Bayerische Ernährungstage

Ernährungstage Kinderuni

„Gesund essen – ein Leben lang“ lautete das Motto der 4. Bayerischen Ernährungstage 2015 in München. Vom 13. bis 28. Juni fanden in ganz Bayern Aktionen rund um die beiden Schwerpunktthemen Kinderernährung und Sensorik statt.

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Das Fachsymposium

Zum Auftakt der Ernährungstage fand am 12. Juni das Fachsymposium „Gesund essen ein Leben lang: Kinderernährung und Sensorik“ im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in München statt. Rund 200 Interessierte nahmen am Tagungsprogramm mit Fachvorträgen und Podiumsdiskussionen teil. Nach Eröffnung der Veranstaltung durch Amtschef Hubert Bittlmayer und Dr. Wolfram Schaecke, Leiter des KErn, gaben Referenten aus den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Ernährungsbildung einen aktuellen Einblick in die Themen Kinderernährung, Sensorik sowie Schul- und Kitaverpflegung.

Rückblick zum Fachsymposium 2015

Kinderuni

Am 26. und 27. Juni vermittelten Professoren und Experten in spannenden Vorlesungen kindgerecht und mit vielen praktischen Beispielen, wie man richtig gut isst. 255 junge „Studierende“ lernten, was genau der Körper mit den Nährstoffen macht und wie Ernährung die geistige sowie körperliche Entwicklung beeinflusst.
Leerer Akku oder volle Power? Iss Dich clever!
Prof. Dr. Koletzko am RednerpultZoombild vorhanden

Vorlesung "Leerer Akku oder volle Power? Iss Dich clever!" von Prof. Dr. Koletzko

Prof. Dr. Berthold Koletzko, Leiter der Abteilung Stoffwechsel und Ernährung des Dr. von Haunerschen Kinderspitals der Universität München, führte die Kinder in die Lebensmittelgruppen ein. Er schilderte ihnen eindrücklich, was Lebensmittel im Körper verursachen, bzw. wie sie verarbeitet werden und wie eine gesunde Ernährung sowie Bewegung zu einem fitten Kopf in der Schule beitragen. So zeigte er den staunenden Kindern, dass Säfte und Softdrinks in etwa gleich viele Zuckerstücke (eine Menge – nämlich 7 Stück in 0,2 Litern) beinhalten. Die Kinder erfuhren zudem, welche Lebensmittel morgens zum Frühstück besser für eine länger anhaltende Leistungskurve im Unterricht geeignet sind und wie wichtig ein gutes Frühstück sowie passende Pausensnacks sind.
Wie die Olchis essen
Kinder sitzen in der Vorlesung von Erhard DietlZoombild vorhanden

Kinder lauschten der Vorlesung von Erhard Dietl, Kinderbuchautor der Olchis, München

Ein ganzer Hörsaal voller Olchi-Fans lauschte dem Kinderbuchautor Erhard Dietl.
Mit viel Freude stellte der Olchi-Erfinder in seiner Vorlesung die unterschiedlichen Ernährungsweisen zwischen den kleinen, grünen Wesen aus Schmuddelfing und den Erdbewohnern vor. Die Kinderuni-Besucher zeichneten einen waschechten Olchi und erfuhren, warum diese gerne Schuhsohlen und Schrauben essen sowie Stinkerbrühe und Fahrradöl trinken. Am Ende der Vorlesung musizierten alle zusammen mit selbst gebastelten Instrumenten wie einer Luft(ballon)-Gitarre oder einer Strohhalm-Oboe.
Beweg dich und hab Spaß dabei
Dr. Christiane Peters und Kinder beim TurnenZoombild vorhanden

Vorlesung "Beweg dich und hab Spaß dabei" von Dr. Christiane Peters, Technische Universität München

„Wie viel bewegt ihr euch? Wie oft? Habt ihr Rückenschmerzen?“, mit diesen Fragen fühlte Dr. Christiane Peters von der Technischen Universität München den jungen Studenten auf den Zahn. „Beweg dich und hab Spaß dabei“ war das Motto ihrer Vorlesung, bei der die Bewegung nicht zu kurz kam: So gab es zu jedem theoretischem Block eine praktische Bewegungsübung. Wer sich bewegt, hat starke Knochen, ein ausdauerndes Herz, kann schneller rennen und kommt nicht so schnell aus der Puste. Eine Übung hilft – Kindern und Erwachsenen – beweglich zu bleiben: Einfach den Rücken zu einem Katzenbuckel formen, dafür auf alle Viere gehen und einmal den Rücken ganz rund machen. Das Fazit der Expertin: „Nur was man selbst erfährt und erlebt prägt sich langfristig ein und wird dauerhaft umgesetzt.“
Trinken, Durst löschen und mehr?
Kinder brauen eine eigene Limonade während der Vorlesung von Prof. ErdmannZoombild vorhanden

Während der Vorlesung brauten einige Kinder in einem Experiment eine eigene Limonade.

Warum es unerlässlich ist zu trinken und was der Körper mit der Flüssigkeit macht, veranschaulichten Professor Dr. Johannes Erdmann und Anke Bimmer von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Der Mensch ist mehr Wassermann/-frau, denn er besteht hauptsächlich aus Wasser, Kinder sogar zu 70 Prozent. „Wasser ist unser Lebenselixier“, sagte Prof. Erdmann, „Aber das Problem: Wir sind nicht ganz dicht!“ Über die Haut, Atemluft und Ausscheidungsprozesse verlieren wir jede Menge Flüssigkeit, bei einer Stunde Radfahren sind es 0,8 Liter. Unser Körper hat mit der Niere jeodoch einen sehr gut funktionierenden Filter.
Was steht drauf und was steckt drin? Lebensmittel unter der Lupe
Dr. Appeltauer-Randl während der VorlesungZoombild vorhanden

Dr. Ute Appeltauer-Brandl nahm die Lebensmittel unter die Lupe.

Dr. Ute Appeltauer-Brandl und Diplom-Biologin Julia Helfert von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf nahmen in ihrer Vorlesung ein Lebensmittel ganz genau unter die Lupe – den Orangensaft. Die Studierenden lernten: Saft ist nicht gleich Saft, denn es gibt verschiedene Arten – Direktsaft, Saft aus Konzentrat und Fruchtsaftnektar. Anschließend zeigten die beiden Dozentinnen, wie die Frucht in die Flasche kommt und welche Informationen auf einer Saftflasche stecken. Im praktischen Teil waren die Kinder gefragt. Sie probierten die unterschiedlichen Saftarten, bestimmten den Vitamin-C-Gehalt, überprüften die Lebensmittelkennzeichnung und gaben ein Urteil über den Saft ab. Das war eindeutig: Der Direktsaft mit dem höchsten Vitamin-C-Gehalt, am wenigsten zugesetzten Zucker und dem höchsten Fruchtanteil, kam bei den Zuhörern am besten an!
Warum Essen schmeckt – oder auch nicht
Prof. Dr. TauscherZoombild vorhanden

Prof. Dr. Tauscher führte die kleinen Zuhörer in das große Thema der Sensorik ein.

Einen Einblick in die Geschmacksforschung gab Prof. Dr. Bernhard Tauscher von der Arbeitsgemeinschaft Geschmacksforschung e. V. Frei nach dem Motto „Immer der Nase nach“ führte der Lebensmittelchemiker die kleinen Zuhörer in das große Thema der Sensorik ein. Schmeckt der rote oder der gelbe Saft fruchtiger, süßer, besser? Wie fühlt es sich an, wenn auf der Zunge ein Stück Luftschokolade, Eiskonfekt oder normale Vollmilchschokolade zergeht? Wie hören sich knusprige Kekse an? All das probierten seine Studenten aus und Prof. Tauscher veranschaulichte ganz praktisch, wie die Sinne leiten, aber auch täuschen können.

Kindertag der Ernährung

Nach der Theorie konnten Kinder im malerischen Schmuckhof des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten an verschiedenen Entdecker-Stationen experimentieren und mitmachen.
Zwei Mädchen beim CalciumnachweisZoombild vorhanden

Forscherstation KErn: Kleine Forscher beim Calciumnachweis in der Milch

Forscherstation
An der KErn-Forscherstation kamen junge Nachwuchswissenschaftler auf ihre Kosten: Unter Anleitung haben sie spannende Experimente mit Lebensmitteln durchgeführt und konnten herausfinden, warum Hygiene wichtig ist. Mit Laborkittel und Schutzbrille ausgestattet, gingen die Nachwuchsforscher den Dingen auf den Grund. Beim Stärkenachweis haben die jungen Forscher Kartoffel, Orange und Banane mit einer Jod-Kaliumiodid-Lösung versetzt, um so die Stärke, die v. a. in der Kartoffel vorhanden ist, sichtbar zu machen. Für das zweite Experiment war es notwendig, dass die Kinder im ersten Schritt aus Milch, destilliertem Wasser und Essig Molke hergestellt haben. Anschließend gaben die Kinder zur Molke einige Tropfen Ammoniumoxalat, durch das sich ein flockiger Niederschlag – das Calcium – bildete.
Sind die Hände nach dem Waschen wirklich sauber? Um das herauszufinden, cremten die Kinder ihre Hände mit einer fluoreszierenden Lotion ein und wuschen anschließend die Hände mit Wasser und Seife. Im Handhygienekoffer unter Schwarzlicht wurde dann sichtbar, wo noch Reste der Creme zu finden waren.
Kinder auf dem KErn-ErgometerZoombild vorhanden

KErn-Ergometer

Fahrradergometer
Auf dem KErn-Ergometer konnten die Gäste selbst erfahren, wie viel Muskelkraft notwendig ist, um Kalorien abzutrainieren, die zum Beispiel in einer Breze oder in Gummibärchen stecken. Das Fahrradergometer verdeutlicht, dass sich die Energiedichte bei Lebensmitteln unterscheidet. Lebensmittel mit hohem Wassergehalt und niedrigem Fettgehalt, wie zum Beispiel Tomaten, Gurken oder Brokkoli, besitzen nur eine geringe Energiedichte – es muss nicht so lange gestrampelt werden wie bei Schokolade oder einem Croissant.

Mehr zum Projekt Fahrradergometer

Kind mit FühlsäckchenZoombild vorhanden

„Ich glaube, ich habe es jetzt erraten“, freut sich ein Fünfjähriger bei der Tastübung, „Das ist eine Karotte!“

Sinnesparcours
Ausgestattet mit einem Feinschmecker-Pass begaben sich die Kinder auf eine Entdeckungsreise der Sinne. An verschiedenen Stationen konnten sie kleine Sinnesübungen absolvieren und erleben, welchen Einfluss Sehen, Tasten, Riechen und Schmecken auf den Geschmack haben. An der Station Sehen konnten Kinder bei einem Getränketest erleben, welchen Einfluss die Augen auf ihren Geschmack haben. Eine der Riechübungen bestand darin, Lebensmittel und Gewürze am Geruch zu erkennen.

Mehr zum Projekt Sinnesparcours

Impressionen Kinderuni und Kindertag

Dauerbrenner Ernährungstage