Aus dem Bündnis "Wir retten Lebensmittel!"
Ideenwerkstatt: Handel(n) rettet Lebensmittel

Ideenwerkstatt verlängert

© KErn





Lebensmittelverschwendung zu vermeiden ist Ihre Mission? Sie sind außerdem Lebensmittelhändler oder ein Start-up-Unternehmen? Dann ist die Ideenwerkstatt „Handel(n) rettet Lebensmittel“ genau das Richtige für Sie!


Wir wollen gemeinsam das vielfältige Engagement von Lebensmittelhändlern gegen Lebensmittelverschwendung aufzeigen. Damit möchten wir die innovativsten Lösungsansätze aus dem Lebensmitteleinzelhandel und aus Start-ups sichtbar machen, die zur Reduktion von Lebensmittelverlusten beitragen. Ein Ideenspeicher für Ihre nächste Aktion gegen Lebensmittelverschwendung!

Seien Sie aktiv dabei, auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Ernährung. Zeigen Sie Ihren Kundinnen und Kunden, dass Sie als Vorbild voran gehen und Ihnen ein verantwortungsvoller Umgang mit Lebensmitteln ein wichtiges Anliegen ist!

1) Wer kann mitmachen?

Unternehmen die Konzepte, digitale Anwendungen oder Lösungsstrategien für die Reduktion von Lebensmittelverschwendung im Handel entwickelt haben. Im Speziellen:

  • Lebensmittelhändler (mit einer Filiale in Bayern), die Lebensmittel zu gewerblichen Zwecken in Umlauf bringen
  • Groß- und Einzelhandel
  • Start-ups (Unternehmen, die in den letzten 12 Monaten gegründet wurden)

2) Wie können Sie Ihre Idee gegen Lebensmittelverschwendung einreichen?

verschiedene Icons mit Text: Glühbirne, Brief, Auszeichnung, Laptop

Für die Zusendung Ihres Beitrags schreiben Sie bitte in die Betreffzeile den Namen Ihres Unternehmens und den Titel Ihrer Aktivität. Falls Sie größere Datenmengen verschicken wollen, kontaktieren Sie uns einfach unter ideenwerkstatt@kern.bayern.de. Wir stellen Ihnen gerne einen Upload-Link zur Verfügung

Was machen Lebensmittelunternehmen bereits gegen Lebensmittelverschwendung?

Große Lebensmittelunternehmen nehmen beim Thema Lebensmittelverschwendung eine Vorbildfunktion ein. Folgende Maßnahmen werden bereits umgesetzt:

  • Moderne Prognosesysteme und digitalen Warenwirtschaftssysteme für eine bedarfsgerechte Versorgung der Märkte mit frischer Ware
  • Kurze Transportwege zwischen Lagerstandorten und den Märkten
  • Lückenlose Kühlung von der Herstellung bis ins Regal
  • Regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter zum richtigen Umgang mit Lebensmitteln
  • Reduzierte Bepreisung von Lebensmitteln kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD)
  • Aufdrucke wie: „Riechen. Probieren. Genießen.“ als Hinweis zur Haltbarkeit nach dem MHD
  • Weitergabe nicht verkaufter Lebensmittel an karitative Einrichtungen
  • Weiterverarbeitung von Waren, die den optischen Erwartungen der Verbraucher weniger entsprechen, qualitativ aber einwandfrei sind (beispielsweise zu To-Go-Angeboten wie frisch zubereiteten Smoothies, für Salat- und Früchtebars oder Suppenstationen)
  • Angebot von losem Obst und Gemüse für einen bedarfsgerechten Einkauf
  • Angebot von nicht „perfektem“ Obst und Gemüse in den Regalen der Lebensmitteleinzelhändler (Bsp.: Karotten Klasse II)
  • Veröffentlichung von Fakten und Artikeln zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen in Prospekten, per Social-Media und auf den Homepages

Hintergrundinformationen

In Deutschland fallen jährlich rund 12 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle an (Schmidt et al., 2019). Der Lebensmitteleinzelhandel nimmt bei der Reduzierung und Vermeidung von Lebensmittelabfällen eine Vorbildfunktion ein. Durch den Einsatz moderner Logistik- und Prognosesysteme werden die Lebensmittelabfälle im Groß- und Einzelhandel bereits deutlich reduziert. In diesem Sektor fallen jährlich dennoch knapp 700.000 Tonnen Lebensmittelabfälle an, was 4 % der gesamten Lebensmittelabfälle entlang der Versorgungskette entspricht (im Vergleich dazu entsteht der Großteil der Verluste, etwa 52 % in den privaten Haushalten).

Um die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goal, SDG) zu erreichen, hat die Bundesregierung die „Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung“ entwickelt. Diese zielt darauf ab, die Lebensmittelverschwendung in Deutschland pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucherebene bis 2030 zu halbieren.

Das 2016 entstandene bayerische Bündnis „Wir retten Lebensmittel“ verfolgt das Ziel, gemeinsam mit Akteuren entlang der Wertschöpfungskette Strategien und Maßnahmen auszuarbeiten und umzusetzen, die der Lebensmittelverschwendung gemäß der nationalen Strategie entgegenwirken. Die Initiative "Ideenwerkstatt Handel(n) rettet Lebensmittel" ist eine der 17 Maßnahmen des bayerischen Bündnisses und Teil der bundesweiten Aktionswoche gegen Lebensmittelverschwendung im Herbst 2021.

Bundesweit finden unter dem Motto "Deutschland rettet Lebensmittel" vom 29. September bis 6. Oktober 2021 Aktionen zum Thema Lebensmittelverschwendung statt. An der Aktionswoche beteiligen sich alle Sektoren der Lebensmittelversorgungskette. Teilnehmende aus den Bereichen Primärproduktion, Handel, Lebensmittelverarbeitung, Außer-Haus-Verpflegung und Private Haushalte machen mit verschiedenen Aktionen auf das Thema Lebensmittelwertschätzung aufmerksam. Anlässlich des internationalen Jahres für Obst und Gemüse stehen diese beiden Lebensmittelgruppen im Mittelpunkt der diesjährigen Aktionswoche.