Bayernweite Informationsveranstaltungen für Kitas
Besser essen mit Sinnesritualen – was die Kitaverpflegung dazu beitragen kann

Infoveranstaltung Kitas: Mädchen beißt in eine Tomate

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„Schmeckt das lecker heut!“ Diesen Satz hören Mitarbeiterinnen und Mitarneiter in Küche und Kita von ihren Kindern gern. Doch wie bringen wir die Kinder auf den Geschmack einer gesundheitsförderlichen Kitaverpflegung? Und was ist Geschmack überhaupt?

Wenn wir sagen, „etwas schmeckt uns“, ist die Gesamtheit von Sinneseindrücken gemeint, die beim Essen und Trinken entsteht. Alle Sinne – Schmecken, Riechen, Tasten, Sehen und Hören – sind daran beteiligt. Ergänzt durch eigene Erwartungen und Erfahrungen bildet sich ein individuelles, subjektives Werturteil über eine Geschmacksempfindung. So kann man eine Mahlzeit teilen – Geschmack aber nicht, dieser ist immer individuell.

Geschmack schulen

Kinder verfügen über alle Sinne. Allerdings muss die Erkennung einzelner Geschmackseindrücke erlernt werden. Auch eigene Erfahrungen gehören dazu. So ist das sensorische Lernen wichtig, um einen individuellen Geschmack zu entwickeln. Alle Sinneswahrnehmungen entscheiden mit, ob ein Lebensmittel dem Kind schmeckt oder nicht.
Icon für das Schmecken: Grafik Mund mit ausgestreckter Zunge
Die Sinne zu schulen heißt, den Geschmack zu schulen. Das bringt eine genauere Geschmackswahrnehmung und gesteigerte Genussfähigkeit mit sich, die zu einer ausgewogenen Auswahl an Lebensmitteln führen kann. Untersuchungen haben gezeigt, dass Kinder nach Sinnesschulungen eher bereit sind, neue, unbekannte Lebensmittel und Kombinationen von Lebensmitteln zu verzehren.

Im Nachbarland Frankreich haben in den Schulunterricht integrierte Sinnesschulungen zum Ziel, eine bewusste Geschmackswahrnehmung sowie eine größere Vielfalt bei der Auswahl an Lebensmitteln zu erreichen und zu einer Bevorzugung von weniger verarbeiteten Lebensmitteln zu führen.
In der Kitaverpflegung ist die Mahlzeit ein ideales Lernfeld für Sinnesschulungen. Dies kann die tägliche warme Mittagsmahlzeit sein oder auch die Vormittags- oder Nachmittagsmahlzeit. Integrierte Sinnesübungen lassen durch Regelmäßigkeit und Wiederholung Rituale entstehen. Sie schärfen die Sinne der Kinder, helfen bei der Geschmacksbildung und können dazu führen, offener für Neues und Unbekanntes zu sein.

Interesse an unbekannten Lebensmitteln wecken

Icon für das Tasten: Grafik ausgestreckte Hand
Die natürliche Neugier und Experimentierfreude der Kinder ist die ideale Grundlage, um ihr Interesse am Thema Lebensmittel und Essen zu wecken und ihnen einen Zugang zu unbekannten Lebensmitteln und Sinneseindrücken zu verschaffen. Wichtig dabei ist, die Kinder immer auch zu ermutigen zu beschreiben, was gesehen, gehört, geschmeckt, gerochen oder ertastet wird. Dies schärft das Bewusstsein.

Das gezielte Bewusstwerden der Sinne in der Kita bietet somit die Chance, die Akzeptanz der Kinder für eine gesundheitsförderliche Kitaverpflegung zu fördern. Doch dies müssen Kinder erst lernen. Die Sinne müssen – wie der Verstand – entwickelt werden.

Bayernweite Informationsveranstaltungen zu Sinnesritualen in der Kitaverpflegung

Das KErn hat für dieses Thema die Informationsveranstaltung „Auf den Geschmack kommen – Sinnesrituale in der Kitaverpflegung“ entwickelt. Im Fokus stehen, neben dem Einblick in die Geschmacksentwicklung bei Kindern und der Bedeutung der Sinne, konkrete Tipps und Beispiele für die Umsetzung von Sinnesritualen in der Kitaverpflegung. Dabei steht die Mahlzeit als solches im Mittelpunkt der Sinnesrituale. Zudem wird deutlich, was die Gemeinschaftsverpflegung über die eigentliche Versorgung mit gesundheitsförderlichen Mahlzeiten hinaus leisten kann.
Für wen?
Zielgruppe dieser unentgeltlichen Veranstaltung sind Personen, die in der Kita mit der Verpflegung und der Betreuung der Kinder während der Mahlzeiten beauftragt sind. Interessierte können sich an die Fachzentren Ernährung/Gemeinschaftsverpflegung in ihrem jeweiligen Regierungsbezirk wenden.