Nachbericht zum Symposium "Prognosen" am 06. November 2017
Technologie nutzen, um Lebensmittelverschwendung zu reduzieren

Mann schaut in ein Fernglas vor der Großstadtkulisse

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Ziel des Symposiums „Prognosen“ war es zu eruieren, welche aktuellen Technologien wir für Prognosen nutzen können, um die Verschwendung von Lebensmitteln zu reduzieren. Das StMELF hat als Veranstalter Akteure aus Forschung, Industrie und Handel im Rahmen des Bündnisses „Wir retten Lebensmittel“ an den Technologiecampus Grafenau (TCG) eingeladen.

Der Technologiecampus Grafenau ist eine Forschungseinrichtung der Technischen Hochschule Deggendorf, die sich mit ihrer Vision eines „Silicon Forest“ auf Wertschöpfungsketten und Geschäftsprozesse, Big Data Analytics und regionale Entwicklung mithilfe von Digitalisierung fokussiert. Prof. Dr. Diane Ahrens, Leiterin des TCG, referierte über den erfolgreichen Prototypeinsatz einer vom TCG entwickelten Dispo-App mit intelligentem Prognose- und Dispositionssystem (iPDS).

Prognosen in Bezug auf den Lebensmittelkonsum

Ralf Petrausch von tegut bei seinem VortragZoombild vorhanden

Ralf Petrausch (tegut)

Ralf Petrausch, zuständig für die Logistik beim Handelsunternehmen tegut, berichtete in seinem Vortrag, dass bei tegut die Kunden die Logistik „steuern“: D. h., das eingesetzte System berechnet in den tegut-Filialen Prognosen für den Abverkauf und erzeugt automatisiert Bestellvorschläge für fast alle Sortimentsbereiche.

Das vom KErn geleitete Projekt ENKÜ (Energieeffiziente Küche) wurde von Bernhard Bauer, einem Statistiker des TCG, als Beispiellösung für Prognosen in der Außer-Haus-Verpflegung vorgestellt. Durch gezieltes Datenmanagement kann aufgezeigt werden, welche Einflussfaktoren für Anzahl der Essensteilnehmer und ihre Essensauswahl eine Rolle spielen und wie diese Zahlen mithilfe von gesammelten Daten vorhergesagt werden können.

ENKÜ – die energieeffiziente Küche

Anwendung von Prognosen in Unternehmen

Dr. Robert Hable vom TCG bei seinem VortragZoombild vorhanden

Dr. Robert Hable (TCG)

Dr. Robert Hable vom TCG berichtete über Datenanalyse und deren Auswertung. Mithilfe von geeigneten Big-Data-Techniken können große Datenmengen, die durch zunehmende Digitalisierung entstehen und aus unterschiedlichsten Unternehmensbereichen kommen, zur Erstellung von Prognosen genutzt werden.

Thomas Blöchl von der SAP-Beratungsagentur T.CON GmbH & Co. KG zeigte den Einsatz von Prognose-Systemen in der Papierherstellung auf. Dabei entstehen durch den hohen Grad an Automatisierung und dem damit verbundenen Einsatz von Sensorik und Regeltechnik tagtäglich eine Vielzahl an Daten, die als Grundlage für Prognosen dienen können.

Die Firma Rohde & Schwarz hat in einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit dem TC Grafenau alle Intralogistiktransporte der letzten Jahre visualisiert und auf Auffälligkeiten geprüft. Martin Schweiger und Christoph Untergehrer stellten das Ergebnis vor: eine Fahrzeitmatrix, mit deren Hilfe Kapazitätsbedarfe prognostiziert werden können, um die Einsatzplanung möglichst effizient auf IST-Bedarfe anpassen zu können.

Nutzen von Prognosen im Alltag

Bruno Jahn vom Berater-Label fuchsschwarm beim VortragZoombild vorhanden

Bruno Jahn (fuchsschwarm)

Den Abschluss des Symposiums und die Brücke zur Praxis bildete Bruno Jahn vom Berater-Label fuchsschwarm aus Berlin. Er offenbarte, dass selbst Experten mit Fachwissen bei Prognosen oft im Dunkeln tappen. Sogenannte „Superforecaster“ sind jedoch durch gezieltes Training in der Lage, domänenunabhängige Vorhersagen zu treffen, die deutlich bessere Ergebnisse erzielen können als bekannte Experten.

Impressionen

Lebensmittelretter-Projekte am KErn

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Agenda des Symposiums