Zukunftstage Lebensmittel am 19. und 20. Oktober in Kulmbach
Neue Wege denken. Zukunft gestalten.

"Neue Wege denken – Zukunft gestalten" war der Leitgedanke der Zukunftstage 2017 in Kulmbach. Und dabei nicht nur eine Zukunft im Blick haben, sondern mehrere mögliche "Zukünfte". Der Ist-Zustand der bayerischen Ernährungswirtschaft sowie acht mögliche, eigens für die Zukunftstage entwickelte Szenarien wurden in Kulmbach vorgestellt und diskutiert, unter Beteiligung der Teilnehmenden via Live-Chat und "in echt".

Aktuelles

Grafik mit einem Überblick über die Ergebnisse der Umfrage zu den Zukunftstagen 2017
Mit welcher Zukunft rechnen wir 2030? Ergebnisse der Umfrage
Die Teilnehmenden der Zukunftstage 2017 sowie die Leser unseres Newsletters konnten abstimmen, welche der acht vorgestellten Szenarien der "Zukünfte" sie als wahrscheinlich ansehen. In der Präsentation ist zu sehen, welche der acht Szenarien aktuell vorherrschen – und welche von dem Szenario-Team und den Befragten jeweils als wahrscheinlich angesehen werden.

Logo der Zukunftstage


Rückblick auf die Zukunftstage 2017

Verantwortung für die Zukunft übernehmen

Staatsminister Brunner bei der Eröffnungsrede in der Kulmbacher StadthalleZoombild vorhanden

Helmut Brunner bei der Begrüßungsrede; ©Parot / Cluster Ernährung

Der erste Zukunftstag wurde in der Kulmbacher Stadthalle von dem TV-Journalisten und Moderator Werner D. Prill moderiert. Ernährungsminister Helmut Brunner hob Kulmbach als idealen Ort hervor, um eine Veranstaltung wie die „Zukunftstage Lebensmittel“ durchzuführen: In Kulmbach ist neben dem KErn und dem Cluster Ernährung nicht nur seit August 2017 die Genussakademie Bayern verortet, die Stadt hat eine alte und äußerst lebendige Tradition des Ernährungshandwerks im Brau-, Bäcker- und Fleischerhandwerk.
Prof. Franz-Theo Gottwald bei der Keynote-SpeechZoombild vorhanden

Prof. Franz-Theo Gottwald; ©Parot / Cluster Ernährung

Prof. Dr. Franz-Theo Gottwald, Vorstand der Schweisfurth-Stiftung, erinnerte an die Verantwortung für die Zukunft, die alle Menschen übernehmen müssen, damit wir morgen das Szenario erleben, das wir erleben möchten. Ohne eine ökonomische Ethik werden wir laut Prof. Gottwald die Fragen der Zukunft nicht lösen. Als Beispiel griff er die Problematik des Tierwohls auf: Bei Umfragen geben die meisten Befragten an, für Tierwohl zu sein, aber im Supermarkt sind die wenigsten bereit, den entsprechenden Aufpreis zu zahlen.

Ist-Zustand der bayerischen Ernährungswirtschaft

Dr. Volker Ebert von der AFC Consulting Group berichtet über die bayerische (Ernährungs-)Wirtschaft; ©Parot / Cluster ErnährungZoombild vorhanden

Dr. Volker Ebert; ©Parot / Cluster Ernährung

Dr. Volker Ebert von der AFC Consulting Group stellte den eigens für die Zukunftstage erstellten Branchenreport Ernährungswirtschaft Bayern für 2017.
Zuvor gab er einen Überblick, was die Medien in Deutschland im Jahr 2016 bewegt hat: Ganz vorn stand die Tierhaltung mit 17,3 Prozent, gefolgt von Lebensmittel-Inhaltsstoffen (9,6 %) und Lebensmittel-Kennzeichnung (9,2 %).
Die Ernährungswirtschaft ist in Bayern auch wirtschaftlich ein bedeutender Faktor: Mit Nahrungsmitteln wurden in Bayern 2016 24,2 Milliarden Umsatz gemacht, mit Getränken noch einmal 3,7 Milliarden (von 350 Milliarden Umsatz insgesamt). Dr. Ebert fasste die Stärken Bayerns wie folgt zusammen: eine exzellente Rohstoffbasis, einen in der Region verwurzelten Mittelstand, gut ausgebildete Fachkräfte sowie eine starke Forschungslandschaft nebst zahlreichen Clustern und Netzwerken.

Landkarte der Zukunft

Das Kernstück der Veranstaltung stellte Dr. Alexander Fink von der ScMI AG (Scenario Management International AG) vor: die acht eigens für die Zukunftstage Lebensmittel entwickelten Szenarien. Er betonte, dass es nicht „die eine“ Zukunft gibt, weswegen Prognosen auch so häufig danebenlägen. Das Ziel von Szenarien hingegen ist es, über Zukunft nachzudenken, ohne sie vorhersagen zu wollen – oder vielmehr, über mögliche Zukünfte nachzudenken. Dabei bildet ein Satz von Szenarien, wie sie für die Zukunftstage entwickelt wurden, eine (mögliche) Landkarte der Zukunft. Die auf 21 Schlüsselfaktoren basierenden acht Szenarien wurden anhand von zwei Achsen in Quadranten gruppiert: der Regulierungs–Deregulierungs-Achse und der Innovation–Innovationsbremse-Achse.
Für die Entwicklung des eigenen Unternehmens geht es nicht darum, das „richtige“ zu finden, sondern mit Komplexität umzugehen. Die Szenarien dienen dabei sozusagen als Testumgebung: „Was bedeutet welches Szenario für das eigene Unternehmen?“ „Wenn das die Zukunft ist, welche Weichen sollten jetzt dafür gestellt werden?“ Je nachdem, wie die Antwort ausfällt, kann der Fokus auf einem Szenario und den darunterliegenden Schlüsselfaktoren liegen oder es können mehrere als Möglichkeit im Blick behalten werden. Um es mit den Worten von Alexander Fink auf den Punkt zu bringen: „Die Zukunft darf uns überraschen – aber sie soll uns nicht überrumpeln.“

Überblick über die Szenarien anhand vier Quadranten

Szenariohandbuch zum Download

Bewertung der Szenarien vor Ort

Abstimmung über die Szenarien via SmartphoneZoombild vorhanden

Abstimmung via Smartphone; ©Parot / Cluster Ernährung

Nach der Vorstellung der Szenarien-Landschaft konnten die rund hundert Teilnehmenden der Zukunftstage Lebensmittel via Smartphone zu verschiedenen Fragen ihre Meinung abgeben, um herauszufinden, welches Szenario die Mehrheit für die Zukunft erwartet: Am ehesten Szenario 05 (Global&Fair-Szenario), 03 (Digitalisierungs-Szenario) sowie 04 (Export-Szenario). Alle drei Szenarien sind auf der rechten Seite der Landkarte verortet, die für eine breite Innovation mit disruptiver Digitalisierung steht. Nach persönlichen Wunschszenarien befragt, fiel die Wahl der meisten Referenten auf das „Regionale Vielfalts-Szenario“ 06 oder das „Global&Fair-Szenario“ 05. Geschätzt wurden aber auch digitale Aspekte, wie sie bei Szenario 03, dem „Digitalisierungs-Szenario“ im Vordergrund stehen.

Podiumsdiskussion mit Live-Chat

v.l.n.r.: Prof. Franz-Theo Gottwald (Schweisfurth-Stiftung), Stephan Becker-Sonnenschein (BESO & Partner), Dr. Alexander Fink (ScMI AG), Heike Zeller, Rüdiger Strobel (Landmetzgerei Strobel), Moderator Werner PrillZoombild vorhanden

Podiumsdiskussion mit Live-Chat; ©Parot / Cluster Ernährung

Bei der Podiumsdiskussion konnten die Teilnehmenden per Live-Chat ihre Fragen stellen. Rede und Antwort standen Dr. Alexander Fink von der ScMI AG, Prof. Franz-Theo Gottwald von der Schweisfurth-Stiftung, Stephan Becker-Sonnenschein von BESO & Partner, Heike Zeller als Expertin für Regionalität und Landwirtschaftskommunikation sowie Rüdiger Strobel von der Landmetzgerei Strobel. Alle Referenten waren an der Entwicklung der Szenarien beteiligt.
Weitere Bilder und Informationen finden Sie auch auf der Homepage des Cluster Ernährung.

Impressionen

Zur Szenario-Methodik

Im Vorfeld der Zukunftstage wurden auf Basis eines systematischen Vorgehens denkbare Szenarien entwickelt. Dazu hat ein 17-köpfiges Team die relevanten Schlüsselfaktoren identifiziert und deren Entwicklungsalternativen zu plausiblen Zukunftsbildern zusammengeführt. In diesem sowohl analytischen als auch kreativen Prozess wurde der Input von unterschiedlichsten Wissensträgern in Form einer gemeinsamen „Landkarte der Zukunft“ aufbereitet. Die Szenarien geben Unternehmen, Verbänden und Organisationen eine Vorstellung von den zukünftigen Unsicherheiten und ermöglichen es ihnen, robuste Entscheidungen zu treffen und Strategien zukunftsfest zu machen.

Veranstalter

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