Bereich Ernährungswirtschaft und Produktion
"BioRegio"-Coachings

Gilbert Bielen erklärte seine Philosophie vom Mehrwert ökologischer Lebensmittel.

Mit dem Landesprogramm BioRegio 2020 will die Bayerische Staatsregierung die Erzeugung von Bioprodukten in Bayern bis zum Jahr 2020 verdoppeln. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen die bestmöglichen Rahmenbedingungen für den ökologischen Landbau geschaffen werden. Der Freistaat investiert neben direkter Förderung auch in zahlreiche Maßnahmen in den Bereichen Bildung, Beratung, Förderung, Vermarktung, Forschung und Wissenstransfer.

Beispielsweise wurden zwölf Öko-Modellregionen ausgewählt und installiert – zwölf Gemeindeverbünde mit einem innovativen Ziele- und Maßnahmenkonzept zur Entwicklung des ökologischen Landbaus und der ökologischen Lebensmittelverarbeitung in der Region und der Gemeinschaftsverpflegung. Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bietet in diesem Zusammenhang, insbesondere in den zwölf bayerischen Öko-Modellregionen, die sogenannten „BioRegio“-Coaching-Projekte an. Die Gesamtkoordination des Projekts liegt am KErn. Die Projektkoordination unterliegt den jeweiligen Fachzentren für Ernährung und Gemeinschaftsverpflegung an den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Praxisnahe, kompetente Beratung

Der Fokus der ca. 4-monatigen „BioRegio“-Coachings liegt auf der praxisnahen individuellen Beratung vor Ort und dem persönlichen Kontakt mit dem erfahrenen Biokoch Gilbert Bielen. Herr Bielen ist Küchenleiter des Landshuter Kinderkrankenhauses St. Marien und setzt dort seit 2008 nahezu ausschließlich Bio-Lebensmittel ein. Durch seinen Erfahrungsschatz kann er Wege zeigen, wie eine Umstellung zu mehr Bio-Regio Schritt für Schritt sinnvoll und kostengünstig zu gestalten und wie das Angebot erfolgreich zu kommunizieren ist.

Im Vorfeld können sich Verpfleger, beispielsweise im Rahmen eines Auftakt-Kochworkshops, über das Angebot informieren und anmelden. Zu Beginn des Coachings erfolgt eine Bestandsaufnahme der Ist-Situation durch das jeweilige Fachzentrum für Ernährung und Gemeinschaftsverpflegung (E/GV). Im Anschluss daran erarbeiten die Verantwortlichen der GV-Einrichtung und Herr Bielen, zusammen mit dem Fachzentrum E/GV (und ggf. dem KErn), bei einem ersten Treffen Ziele, Zeitplan und Umsetzung des Coachings. Das KErn kann Ansprechpartner aus erfolgreichen Projekten vermitteln und unterstützt bei interner und externer Kommunikation.

Wichtige Inhalte des Coachings sind das Finden von geeigneten Lieferanten sowie richtige Kalkulation und Speiseplangestaltung, durch die eventuelle Mehrkosten abgefedert werden können. Zudem können, wenn nötig, die vorhandenen Arbeitsabläufe angepasst und Möglichkeiten zur Mitarbeitermotivation gezeigt werden. Aber auch die erfolgreiche Kommunikation des Bio-Angebots nach außen ist Teil des Beratungsangebots. Hier bieten sich beispielsweise eine öffentlichkeitswirksame Infoveranstaltung für die Essensgäste oder die Auslage von Infomaterial zum Öko-Landbau und Porträts der lokalen Erzeugerbetriebe an.

Im Rahmen eines Abschlusstreffens aller Akteure erfolgt schließlich ein Resümee, welche Ziele erreicht und welche Erfahrungen gemacht wurden, sowie welche Pläne für die Zukunft anvisiert werden, beispielsweise eine Bio-Zertifizierung der Küche.

Ergebnisse: mehr Bio-Lebensmittel aus der Region in bayerischen Kochtöpfen

Da in jeder gecoachten Einrichtung andere individuelle Voraussetzungen und Rahmenbedingungen gelten, werden die formulierten Ziele immer differenziert und in unterschiedlicher Intensität gesteckt und verfolgt. Für alle teilnehmenden Einrichtungen gilt, dass durch das Knüpfen von regionalen Netzwerken mit Produzenten und Lieferanten von Bio-Lebensmitteln so der Anteil an ökologisch und regional produzierten Lebensmitteln erhöht werden konnte. Im Endeffekt zeigt es sich, dass der Erfolg bio-regionaler Verpflegung mit dem Engagement der Küchenleitung, der Küchenmannschaft und der Verantwortlichen steht und fällt. Der gesamte Prozess sollte sinnvollerweise langsam gestartet werden, wohlüberlegt und langfristig umgesetzt werden.

Am Ende der erfolgreichen Einführung einer bio-regionalen Speiselinie stehen die Gewissheit nachhaltiger Verpflegung und oftmals gesteigerte Akzeptanzwerte bei den Gästen.

Impressionen aus dem Coaching mit Gilbert Bielen