Kulmbach, 18.05.2018
Staatssekretärin aus Baden-Württemberg zu Besuch am KErn

Das Kompetenzzentrum für Ernährung in Kulmbach bekam am Freitag, dem 18. Mai 2018 hohen Besuch aus Baden-Württemberg. Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch und ihre Kolleginnen Cornelia Bressem, Leiterin Referat Ernährung am Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) Baden-Württemberg, Frau Sigrid Waibel, stv. Leiterin Referat Ernährung am MLR, und Frau Marina Ehrentreich, designierte Leiterin des geplanten Landeszentrums für Ernährung, kamen zu einem Informationsaustausch nach Oberfranken.

Ziel der Zusammenkunft war es, sich ein Bild über das Kompetenzzentrum für Ernährung zu machen, da in Baden-Württemberg ein Landeszentrum für Ernährung geplant ist, das in Aufbau und Struktur dem KErn ähneln wird.

Gruppenbild anlässlich des Besuchs der Staatssekretärin Baden-Württemberg, Gurr-Hirsch

R. Prischenk, S. Waibel, C. Bressem, M. Ehrentreich, S. Eckert, F. Gurr-Hirsch, H. Bittlmayer, Ch. Röger, M. Kratzmair. S. Reitmeier (v.l.n.r.)

Amtschef MD Hubert Bittlmayer, begleitet von Marion Kratzmair, Leiterin Referat Grundsatzangelegenheiten der Ernährung, übernahm die Begrüßung der Gäste. Der Amtschef brachte seine Freude zum Ausdruck, dass das KErn über die Grenzen Bayerns bekannt ist und auf reges Interesse stößt. MD Bittlmayer beschrieb in seiner Ansprache Ernährung als staatliche Aufgabe. Dafür sei das Kompetenzzentrum für Ernährung ein starkes Instrument, das für die wissensbasierte, neutrale Aufklärung elementar sei. Zudem ließen sich mithilfe des KErn Kompetenzen bündeln, die Wissenstransformation in die Ämter umsetzen und Innovationen vorantreiben. Auch der Kulmbacher Oberbürgermeister Henry Schramm ließ es sich nicht nehmen, die Staatsekretärin und ihre Begleiterinnen persönlich zu begrüßen.

„Die Zeit ist gekommen, um miteinander und voneinander zu lernen.“
Friedlinde Gurr-Hirsch

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Rainer Prischenk, Leiter des KErn, gab vertiefte Einblicke in die vielfältigen Aufgaben des Kompetenzzentrums und seine drei Säulen Wissenschaft, Wissenstransfer und Ernährungsinformation sowie Wirtschaft und Produktion. Die Zielgruppen des KErn setzen sich aus verschiedenen Interessensgruppen zusammen. So zählen die 47 Ämter mit acht Fachzentren, Ernährungshandwerk und -wirtschaft, Lebensmitteleinzelhandel, Landwirtschaft und Behörden ebenso zu den Zielgruppen wie Forschungseinrichtungen, Verbraucher und Öffentlichkeit, Dienstleister im Bereich Ernährung, Multiplikatoren und Medien.

KErn: drei Bereiche unter einem Dach

Bereich Ernährungsinformation und Wissenstransfer

Die Bereichsleiter des KErn vermittelten detaillierte Informationen zu den drei Bereichen. Dr. Simone Eckert, die für die Fachrichtung Ernährungsinformation und Wissenstransfer verantwortlich ist, machte den Anfang. Mit derzeit 24 Kolleginnen und Kollegen kümmert sich die Leiterin um die großen Themen Ernährungsbildung und Gemeinschaftsverpflegung. Dazu gehören die Förderung eines gesunden Lebensstils, Entwicklung passgenauer Angebote zur Unterstützung der Ämter und Fachzentren/Vernetzungsstellen, Qualitätssicherung und bayernweites Projektmanagement, Information beziehungsweise Schulung von Zielgruppen durch bayernweite Veranstaltungen sowie Vernetzung und Austausch mit Projekt- und Kooperationspartnern und relevanten Gremien.

Bereich Wissenschaft

Christine Röger, Leiterin des Bereichs Wissenschaft, stellte einige der vielen Projekte und Studien vor, die in Kooperation mit dem KErn und wissenschaftlichen Einrichtungen entstanden sind. Zu erwähnen sind hier beispielsweise die Studien zur Lebensmittelverschwendung in Bayern, zu Fakten und Mythen in Bezug auf Milch- und Milchprodukte als auch die Studie zu Ernährungsfolgekosten. Auch Veranstaltungen wie beispielsweise der Journalisten-Workshop, verschiedene Wissenschaftsseminare oder die kürzlich organisierte Fachtagung zum Food-Scanner, stießen bei den Gästen aus Baden-Württemberg auf großes Interesse.

Bereich Wirtschaft und Produktion

Der Leiter des Bereichs Wirtschaft und Produktion, Dr. Simon Reitmeier, brachte den Gästen "seinen" Bereich näher. Ein wichtiger Pfeiler ist die Genussakademie Bayern, die ein Baustein der 2016 vom Ministerrat beschlossenen Premiumstrategie Bayern ist. Die in diesem Rahmen angebotenen Sommelier-Kurse bieten fachlich fundierte Weiterbildungschancen für Lebensmittelhandwerker, die beispielsweise mehr über Käse, Gewürze, Wein, Bier, Edelbrand oder Wasser erfahren wollen. Die Genusswerkstatt bietet Fachsymposien, Fachvorträge, Gespräche und Diskussionsrunden zu aktuellen Themen aus dem Bereich Esskultur an. Neben dem Genuss spielt auch die Regionalität im Bereich Wirtschaft und Produktion eine große Rolle. So sind der Aufbau regionaler Wirtschaftskreisläufe und Wertschöpfungsketten, Stärkung des Vertrauens in die regionale Wirtschaft oder die Betonung der Bedeutung bayerischer Lebensmittel nur einige Aufgaben dieses Bereichs.
Die Gäste aus Baden-Württemberg zeigten sich vom bayerischen Kompetenzzentrum beeindruckt und freuen sich auf einen vertieften Gedanken- und Erfahrungsaustausch. Das geplante Landeszentrum soll bereits Januar 2019 die Arbeit aufnehmen.